Wir alle tragen in uns belastende Gedanken und Gefühle. Sie verlangen uns Reaktionen ab, mit denen wir oft genug selber nicht zufrieden sind oder die im Alltag Folgen haben. Daraus kann ein wiederkehrender Kreislauf entstehen, der uns beeinträchtigt – und uns doch nicht loslässt, selbst wenn wir ihn unsinnig finden. 

Die Reaktionen sind mehr als ein Problem, das bloss zu beseitigen ist. Sie sind Lösungsversuche für psychische Konflikte und Entwicklungsaufgaben. Die Lösung, die man bislang gefunden hat, kann gut, akzeptabel oder verheerend sein, aber ganz ohne Lösung geht es definitiv nicht! Das Schwierige dabei ist, dass sich das eigentliche Problem nicht so leicht zu erkennen gibt. 

Dies ist die psychoanalytische Perspektive, mit der ich arbeite. Indem wir die bestehenden Schwierigkeiten als eine Lösung anerkennen, nehmen wir sie zum Ausgangspunkt, um das unterliegende Problem kennenzulernen. Je präziser wir es erfassen, desto besser lassen sich neue Lösungen entwickeln, die genauer passen und das Leben freier und angenehmer machen. 

Meine Arbeit verstehe ich somit nicht als "Heilung" von einer Krankheit oder Störung. Die inneren Konflikte gehören zum normalen Menschsein. Ich sehe mich als Helfer, um eine Entwicklung (wieder) in Gang zu bringen. Sigmund Freud hat psychische Gesundheit über drei Elemente definiert: Befriedigende Beziehungen, gelingendes Arbeiten und Genussfähigkeit. 

Gemeinsam gelangen wir dorthin!