Familien sind komplexe Gebilde. Tiefe Wünsche und idealisierte Bilder befeuern die Sehnsucht nach harmonischem Zusammenleben – während die Realität unter Umständen ganz anders aussieht: Die Kommunikation ist schwierig, Konflikte eskalieren, die Gemeinschaftlichkeit schwindet, der Zusammenhalt ist bedroht.
Wenn mehrere Familienmitglieder so in Beziehungskonflikte verstrickt, dass man nicht mehr „druus chunnt“ – weder versteht, was vor sich geht, noch aus den Konflikten herauskommt – kann eine Familientherapie weiterhelfen.
In einer Familientherapie kommen alle Mitglieder einer Familie zusammen, um ihre Themen zu besprechen. Als Analytiker begleite ich diesen Prozess und achte auf die Muster in der laufenden Auseinandersetzung. Gemeinsam erfahren wir, wie Bedürfnisse und Konflikte verhandelt werden, was im Austausch gehört und was überhört wird, welche Gefühle aufkommen und wie mit ihnen umgegangen wird. Nicht zuletzt erforschen wir, welcher Sinn in wiederkehrenden Aktions- und Reaktionsmustern zu finden ist und destruktive Handlungen aufrechterhält.
Im schützenden Rahmen der Therapie lassen sich die Familiendynamik und der eigene Part darin besser kennenlernen. Schwierige Gedanken und Gefühle können zugelassen und ausgedrückt werden. Die Familie lernt, Befindlichkeiten, Wünsche und Konflikte konstruktiv zur Sprache zu bringen und auszuhandeln. Aus neuen Wahrnehmungen und Perspektiven entwickeln sich Handlungsmöglichkeiten, die organisch zur Familie und zu jedem einzelnen passen. Individuelle Entwicklungsaufgaben einzelner Familienmitglieder können identifiziert und in einem gesonderten Rahmen weiterverfolgt werden.
In der Familientherapie sind alle mitverantwortlich und gefordert. Und alle können profitieren.